Lullaillaco & Ojos del Salado 31

Expedition Aconcagua 360°

Bericht von Bericht von Isabel & Martina, 30.01.2026

26. Dezember – Flug nach Mendoza

Aus Zürich, München und Frankfurt starten die sieben Teilnehmenden unserer Aconcagua-Expedition. Nach und nach treffen wir uns an den Flughäfen in Zürich, Madrid und São Paulo – und schliesslich alle vereint in Mendoza.

27. Dezember – Ankunft in Mendoza

Endlich: Mendoza! Wir werden von Bergführer Mischu und dem Team von Aconcagua Vision herzlich in Empfang genommen. Sommerliche Hitze und endlich die Beine vertreten – was für eine Wohltat nach dem langen Flug! Beim gemeinsamen Nachtessen in der Stadt lassen wir den Reisetag ausklingen und fallen danach müde ins Hotelbett.

28. Dezember – Mendoza – Puente del Inca (2720 m ü. M.)

Die Fahrt führt uns durch die imposante Landschaft der Anden nach Puente del Inca. Unser Lagerplatz im Ranch Camp ist komfortabel, und die Mulas, unsere treuen Lastentiere, werden schon jetzt zu heimlichen Lieblingen.

Kulinarisch startet das Abenteuer ebenfalls grossartig: Es heisst, wir sollen essen, solange der Appetit da ist – und der bleibt uns, wie sich zeigen wird, bis auf 6000 Meter über Meer erhalten!

29. Dezember – Puente del Inca – Pampa de Leñas (2864 m ü. M.)

Eine kurze Fahrt bringt uns nach Punta de Vacas (2415 m ü. M.), dem Ausgangspunkt unseres Trekkings. Nach einem gemütlichen Start und der Unterzeichnung der Parkgenehmigung verabschieden wir uns vom hektischen Alltag – ab jetzt zählt nur noch bewusstes Gehen, Atmen und Schauen.

Wir wandern das Valle de Vacas hinauf, die Landschaft wird karger, die Luft trockener. Am Abend wartet ein duftendes Asado auf uns – und auch für die Vegetarier wird köstlich gekocht.

30. Dezember – Pampa de Leñas – Casa de Piedra (3245 m ü. M.)

Gemächlich folgen wir dem wilden Río de las Vacas, durch von Wind und Sonne gezeichnete Landschaft. Wir erspähen Guanacos – erst weit entfernt, dann immer näher, bis sie anmutig in der Ebene stehen. Diese sind übrigens die grössten wildlebenden Säugetiere Südamerikas und gehören zur Familie der Kamele. Kurz vor Casa de Piedra zeigt sich der Aconcagua zum ersten Mal in seiner ganzen Pracht.

Im Camp werden wir herzlich empfangen – mit frischen Früchten und liebevoll vorbereiteten Snacks.

31. Dezember – Casa de Piedra – Basislager Plaza Argentina (4200 m ü. M.)

Ein ereignisreicher Tag! Nach der Flussüberquerung – für einige zu Fuss, für andere bequem auf einer Mula (Mutter Pferd und Vater Esel) – führt der Weg steil hinauf Richtung Plaza Argentina, dem Basislager für die kommenden Tage. Das Jahr 2026 beginnt, wo der Himmel zum Greifen nah scheint.

1. Januar – Ruhetag

Neujahr auf 4200 Metern über Meer! Wir geniessen Sonne, Ruhe, gutes Essen – und viel Tee. Leider muss Sandra aus gesundheitlichen Gründen die Expedition abbrechen. Mit schwerem Herzen verabschieden wir uns, als sie mit dem Helikopter Richtung Mendoza abfliegt.

2. Januar – Materialtransport ins Camp 1 (5050 m ü. M.)

Unser erster Materialtransport zum Camp 1. Der Blick auf die Gletscherlandschaft mit den bizarren Penitentes (Büssereis) ist atemberaubend. Auf Deutsch heisst Penitente Büsser, welche man in Spanien oft an österlichen Prozessionen mit weissen Kapuzen sieht. Daran erinnern auch die weissen Eis- und Schneefiguren. Nach einer kurzen Rast steigen wir wieder ins Basislager ab.

3. Januar – Akklimatisationstag

Ein weiterer Ruhetag. Wir merken: Atmen fällt leichter, der Körper gewöhnt sich. Beim obligatorischen Medical Check werden wir für „expeditionstauglich“ befunden. Morgen geht’s richtig los – mit Vorfreude und ein bisschen Nervosität.

4. Januar – definitiver Aufstieg ins Camp 1 (5050 m ü. M.)

Der Weg ist bekannt, der Atem ruhig. Wir steigen kontrolliert, die Akklimatisation wirkt. Das erste Hochlager ist erreicht.

5. Januar – Materialtransport ins Camp 2 (5500 m ü. M.)

Heute tragen wir Ausrüstung weiter hinauf. Über einen Pass öffnet sich der Blick in ein neues Tal, hinüber zu den Bergen Chiles. Der Wind bläst eisig – wir kehren bald ins Camp 1 zurück.

6. Januar – definitiver Aufstieg ins Camp 2 (5500 m ü. M.)

Der zweite Anstieg fällt uns leichter. Kräftiger Wind pfeift durchs Lager, und in der Nacht rüttelt er laut an unseren Zelten. Trotzdem: Stimmung gut!

7. Januar – Ruhetag

Ruhetag. Zum Zeitvertreib testen wir unsere Steigeisen auf dem Gletscher und üben uns im Eisklettern. Gegen Abend zieht es zu – Schnee! Am Morgen sind die Zelte gefroren, die Welt weiss.

8. Januar – Reservetag

Wir bleiben noch einen Tag im Camp 2. Über Nacht hat es 30 Zentimeter Neuschnee gegeben. Die Sonne bricht immer wieder durch den Schneesturm, nur um kurz darauf erneut von wirbelnden Flocken verschluckt zu werden. Licht und Sturm wechseln sich ab und tauchen die Welt in eine spektakuläre Bergkulisse.

9. Januar – Camp 2 – Camp 3 (5970 m ü. M.)

Als sich der Himmel klärt, steigen wir über eine Anhöhe von 6000 m ü. M. zum Camp 3. Tiefschnee, Sonne und Stille – die Landschaft wirkt magisch. Oben angekommen, bläst erneut starker Wind. Der Gipfeltag wird verschoben.

10. Januar – Entscheidung am Berg – Plaza de Mulas (4300 m ü. M.)

Am Morgen ist klar: Zu viel Schnee, zu viel Wind – und zu hohe Lawinengefahr. Der Gipfel bleibt verwehrt. Wir steigen ab zur Plaza de Mulas, dem Basislager der Normalroute. Der Abstieg im frischen Schnee ist leicht, der Blick auf das riesige Lager beeindruckt uns. Und wir sind froh, den Aufstieg in der Einsamkeit der 360° Runde gemacht zu haben.

11. Januar – Confluencia (3400 m ü. M.)

Wir haben Zeit – und Lust auf mehr Landschaft. Also verbringen wir noch eine Nacht im Camp Confluencia und unternehmen am nächsten Tag einen Ausflug zur mächtigen Südwand.

12. Januar – Plaza Francia und Rückkehr

Akklimatisiert und leichtfüssig steigen wir mit Blick auf den Ventisquero Horcones Inferior Gletscher – er ist mit etwa 10 km Länge der grösste Gletscher am Aconcagua – auf 4000 Meter über Meer zur Plaza Francia auf. In gut zwei Stunden sind wir dort und staunen über die gigantische Südwand des Aconcagua.

Steine in allen Farben und Formen werden bestaunt. Die Naturkräfte der letzten Tage zeigen sich: frische Moränen und Steinschläge gehen über den Wanderweg.

13. Januar – Zurück in Mendoza

Ein Tag im Zeitraffer: Mercado Central, letzte Einkäufe, ein Zwischenstopp in einer Bodega, dann Transfer zu Kari Koblers Landgut über den Rebhängen Mendozas. Beim Asado unter den Sternen – mit Rösti, Käse und gutem Wein – feiern wir Abschied und Dankbarkeit.

14. Januar – Heimreise

Einige verlängern ihre Reise in Argentinien, Chile oder Brasilien. Für die anderen heisst es: Abschied nehmen von den Anden, vom Team, vom Abenteuer.

15. Januar – Ankunft in Europa

Freudiges Wiedersehen mit Familie und Freunden – mit Herzen und Köpfen noch halb in den Bergen.